Slate, cut, done – a dream is gone…

… in exchange for one heck of a memory!

Ganz vorweg: Ich entschuldige mich herzlich fuer alle verpassten Geburtstage, nicht beantworteten eMails und diesen bestimmt nicht kurzen Post. Als Auflockerung werde ich kleine Alltags-Storys einstreuen… Enjoy! 🙂

Ich habe in den letzten 12 Monaten weit mehr gewonnen, als ich mir je erhofft hatte als ich vor einem guten Jahr ins Flugzeug gestiegen bin. Dies natuerlich nicht aufgrund eines einzelnen Ereignisses, weshalb ich zwei Monate zurueck gehe und anfange, wo ich das letzte Mal aufghoert habe.

Wo koennte das wohl sein..? Whistler natuerlich.
Geplant war ein kurzer Besuch im Mekka der dreckigen Reifen, gefolgt von einer Woche in San Francisco und Mini-Roadtrip suedwarts bevor das letzte Semester anbrechen sollte. Im altbekannten und lieb gewonnen Hostel angekommen sagte mir mein Handy seit langem wieder einmal, dass ich unfassbare 9h 40min Schlaf vor mir haette, bis zum erbarmungslosen Weckruf. Pijama-Dekadenz, welche durch freudige Bikeparkbesuche abgerundet wurde… und einem kleinen Motivationsloch. Nach langem Hin und Her sagte ich den Ausflug nach ‘MURICA leider ab. Ich war an dem Ort, welcher mir die meiste Gelassenheit schenkte – und diesen Ausgleich hatte ich bitter noetig. Anstatt Flug und Roadtrip gabs somit noch ein paar weitere Tage im Gruenen.

So toll die Zeit im Park war, ich war mindestens genau so zickig. Leider war mein eigenes Bike noch nicht fit, da ein Hersteller-Spezifisches Teil ziemlich lange von Deutschland bis nach Kanada unterwegs war. Als Konsequenz mietete ich ein Bike vor Ort und begann eine Love-/Hate-Beziehung. Ich hatte insgesamt 8 gebrochene Speichen mit diesem … Miststueck. Bis jetzt weiss ich nicht, wie viel ich meinem Fahr-Unvermoegen zuzuschreiben habe. 100% allerdings bestimmt nicht. Manchmal wusste ich nicht mal ansatzweise, was zu einem Speichenbruch gefuehrt hatte. Naja. Umso mehr freue ich mich auf mein eigenes Baby (welches noch immer in Bandagen liegt).

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Als ich frisch und erholt nach Hause kam (ohne Blessur – unfassbar!) erwartete mich ein Haus voller neuer Mitbewohner. Erfreulicher Weise allesamt richtig tolle Leute! Ich nutzte die Chance und verbrachte meine zwei letzten Ferientage damit die Kueche und das Badezimmer zu putzen. Endlich.

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Es wurde somit sehr viel wohnlicher – bis dann unser einwandfreier Waeschetrockner ploetzlich verschwand. Die voellig untaugliche Waschmaschine blieb hingegen an Ort und Stelle. Versteh mir einer die Welt.

Story Nr. 1: Refill
Als ich in einem McDonalds-Aequivalent um ein halb-volles Nachfuellen meines Colas gefragt habe wurde dies erreicht durch komplettes auffuellen des Bechers und anschliessendem auskippen der Haelfte davon. Smart!

Und dann gings auch schon los mit dem letzten Term. Den 2 letzten – turbulenten – Monaten.

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Arbeitsplatz einmal in “normal” und einmal nach einem “Busticket-Angriff”… Man hat halt sonst nix zu tun.

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Ohne mein Zutun empfal mich ein Mentor bei einem Studio (DHX media), welche mir nach zwei Besuchen glatt eine Stelle angeboten haben.

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(Auf dem Weg zum ersten Interview bei DHX passierte ich eines von den vielen Filmsets auf den Strassen von Vancouver..)

Das sehr erfreuliche: Das Angebot war eine “Generalist”-Position, von welcher uns ganz zu Beginn gesagt wurde, dass wir uns das als Schueler aus der Wunschliste streichen sollten – das wuerde man erst mit der Zeit werden, da man in diese Position hineinwaechst, wenn man als Spezialist in verschiedenen Bereichen gearbeitet hat. Als faszinierter Schueler aller Bereiche war dieses Jobangebot entsprechend mehr als nur ein Schulterklopfer.
Das unerfreuliche: Aufgrund der absolut besch#!@*en Arbeitsvisum-Situation kann ich mir den Arbeitsvertrag lediglich dekorativ uebers Bett haengen.
Da ich mit keiner Arbeitsstelle gerechnet habe als ich nach Vancouver kann ich mich mit der sehr erfreulichen persoenlichen Bestaetigung begnuegen.
Generell ist die Arbeitsvisum-Situation ziemlich verfahren momentan. Da kam ein halbwegs ernst gemeinter Kommentar eines Instruktors sehr willkommen: “Sure, I’ll adopt you!”. Die andere Variante waere eine Kanadierin zu heiraten… Beides nicht gerade ideale Optionen… 😀

Story Nr. 2: Nature
Mein nach mehreren Monaten entdecktes Yoghurt (nature, nicht stichfest) wurde aus dem Sortiment gestrichen und somit blieb ein Regal voller Youghurts in allen Geschmacksrichtungen – ein “nature” jedoch fehlt…

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Die letzten Wochen waren streng und zehrten sehr an den Energiereserven aller. Positives wie ein “Are you the guy with the bike-reel? Looks awesome!” von einem Mitschueler von Thomas  (“mein” SoundDesigner), mehrere Angebote auf meine Frage, ob ich PCs von Mitschuelern zum rendern brauchen duerfte, oder nachfolgender – ach so liebevoll gestalteter – Bildschirmhintergrund, halfen nicht kurz vor dem Ende schlapp zu machen.

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Ein schadensbegrenzend gemeinter Kommentar eines Night-Mentors brachte mich kurz vor Schluss jedoch ins Zweifeln: “It’s too much.” Er sah mein Projekt zum ersten und einzigen Mal und an seiner Stelle haette ich vermutlich das Selbe gesagt. Ich blieb stur und um es vorweg zu nehmen: Ich sollte ihn erfreulicherweise eines besseren belehren.

Story Nr. 3: Nahtod
Auf einer Velo-Heimfahrt um 3:30 morgens fand ich einen ordentlich betrunkenen Mann auf dem Gehweg liegend – die Beine ragten auf die Fahrbahn. Ich weckte ihn auf, worauf hin er meinte “I’ll go home now” und beinahe von einem Auto erfasst worden waere. “I thought that was my ride home” war sein trockener Kommentar, bevor er weiter zur anderen Strassenseite torkelte. Ich rief ihm ein Taxi und hoffte fuer den Fahrer, dass der Alkohol sich nicht physisch bemerkbar machte.

Eine grosse Neuheit der VFS ist die sogenannte Industrynight bis jetzt der einzige Tag an welchem alle schick angezogen waren).

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Wir waren erst die zweite Klasse, welche ueberhaupt in den Genuss dieses Anlasses kam. Die Schule laedt dafuer alle grossen und kleinen Studios in Vancouver ein, sich ein kleines Preview unserer Projekte anzusehen. Das erfreuliche ist, dass die Industry-Leute nicht nur einen Film vorgesetzt bekommen: Jeder Schueler praesentiert sein Projekt in einer kurzen “Personal Bio”. Danach wird gemeinsam getrunken und gegessen, was der Job-Suche eine menschlichere Note verpasst. Das Arbeitsvisums-Problem loeste diese Veranstaltung allerdings natuerlich auch nicht.

Meine Personal Bio? Folgendes habe ich an der Industry-Night vorgetragen:

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Hello everyone, my name is Mischa Kolbe.
About a decade ago, a fan-made Counterstrike-Movie resparked my inner visual story teller. What once were sequences of drawings as a kid became my first steps in the digital world of film-making. Interested in all aspects of the movie-pipeline, I headed out on my quest to learn as much as I possibly could.
Back home in Switzerland, an event called SlamMovieNight, was my driving force. It’s a film-contest that accepts any kind of submission: Any content, any duration. It’s the audience that decides about the fate of each movie. If you don’t like the movie being played: You boo. Too many people yelling, the movie is stopped and the next one gets played. Critique is ruthless – but the cheers are just as honest. And it was that event, that showed me the most thrilling nervousness I had ever experienced: Standing in front of an audience, with nothing but your work to back you up.
So… here I am: Nervous – and hoping that you don’t feel the urge to boo.
Enjoy!
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Neben dem Fertigstellen aller visuellen Elemente gings auch beim Sound in grossen Schritten voran. Das enorm erfreuliche an der Zusammenarbeit mit Thomas (“mein” SD) war, dass ich viel mehr Einfluss hatte.

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Normalerweise vertonen zwei Angestellte der VFS alle Demoreels. Talentiert hin oder her – bei 35 Reels in 3 Wochen bleibt nicht viel Zeit fuer ausgedehntes Feedback.
Oben drauf erhielt ich dadurch einen tollen Einblick in die SoundDesign-Welt:

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Ich konnte bei Foley-Aufnahmen draussen und im Foley-Room mithelfen, arbeitete manchmal Ruecken and Ruecken mit Thomas und konnte alle 30min meinen Senf zum aktuellen Stand geben. Letztlich konnte ich sogar zweimal Director-Luft schnuppern in der “to stage”-Phase im Dolby-5.1 Mix-Raum.

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Die Zusammenarbeit war spannend und echt sweeet! Unter https://soundcloud.com/2popch sind einige von seinen Projekten zu finden.

Story Nr. 4: Nasenflitzer
Am Morgen nach dem letzten Schultag loeste sich ein Teil meiner neuen Brille. Anscheinend habe ich fuer eine Weile genug gesehen. Zum Glueck habe ich meine alte Brille mit dabei.

Was mich persoenlich sehr freut – und womit ich ueberhaupt nicht gerechnet habe – ist meine neu gewonnene Wertschaetzung fuer eine grosse Bandbreite von Kunstbereichen. Was bis anhin beispielsweise lediglich ein huebsches Gemaelde war, uebt nun aufgrund all der neu gelernten Elemente, welche darin enthalten sind, eine viel groessere Faszination aus. Wie gesagt: Ich habe in diesem Jahr viel mehr gelernt, als ich erwartet habe.

Jetzt hat sich der ein oder andere bestimmt durch diesen Roman gequaelt, in der Hoffnung auf den fertigen Film… Bei all denen muss ich mich entschuldigen und noch etwa 1.5 Wochen vertroesten. Bis wir unsere Abschlusszeremonie hatten werde ich den fertigen Film noch unter Verschluss halten. Letztlich werden Filme ja dafuer gemacht: The big screen.
But… is it any good?
Gute Frage. Und eine, welche ich nicht beantworten werde. Die Kommentare von Mitschuelern und Instruktoren fielen zumindest positiv aus. Ehrlich gesagt so positiv, dass ich sie hier nicht wiedergeben will.
Ich beschraenke mich auf die Fakten: Der unkompressierte Film ist knappe 10Gb gross und wer will kann sich auf 2879 Einzelbilder gefasst machen 🙂

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Der naechste Post wird weniger Text und mehr Film enthalten. Versprochen.

Bis bald,
euer Mischa

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